UN-Bericht: 65,6 Millionen Menschen sind auf der Flucht – Politik Ausland

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    Die Zahl derer, die vor Krieg, Gewalt und Verfolgung flüchten mussten, ist 2016 auf 65,6 Millionen gestiegen.

    Allein seit 1997 hat sich die Zahl der Flüchtlinge fast verdoppelt. 2016 waren es 300 000 mehr als im Vorjahr und so viele wie nie zuvor. Das berichtet das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR). 

    Knapp ein Drittel (22,5 Millionen Menschen) flüchtete in ein anderes Land, zwei Drittel (40,4 Millionen Menschen) fanden in ihren Heimatländern Unterschlupf.

    Jeder fünfte Vertriebene stammte 2016 aus Syrien.

    Flüchtlingskrise aktuell

    Dass die Gesamtzahl nur knapp über der des Vorjahres lag, suggeriere eine Stagnation der Lage – aber das sei falsch, sagte Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi: „Das verschleiert nur, wie instabil die Lage in vielen Regionen ist.“

    Millionen Menschen seien in ihre Heimatorte zurückgekehrt, ohne dass die Lage dort wirklich sicherer war. Neu wurden 10,3 Millionen Menschen in die Flucht getrieben.

    Kritische Lage im Südsudan

    Besonders alarmiert ist das UNHCR über die Lage im Südsudan, die außer Kontrolle zu geraten droht. Das Land steht nach Anzahl der ins Ausland geflüchteten Landsleute mit 1,4 Millionen Menschen bereits an dritter Stelle, hinter Syrien (5,5 Millionen) und Afghanistan (2,5 Millionen).

    Seit Jahresbeginn seien aus dem Südsudan weitere 500 000 Menschen geflüchtet. Das Land ist erst seit 2011 mit damals zwölf Millionen Einwohnern unabhängig geworden. Zwei Jahre später brachen Kämpfe zwischen verschiedenen Ethnien um die Vorherrschaft aus.

    Zählt man über die Grenzen Geflüchtete und intern Vertriebene zusammen, steht Syrien an erster Stelle mit zwölf Millionen Menschen; 650 von 1000 Einwohnern sind auf der Flucht. Danach kommt Kolumbien mit 7,7 Millionen, gefolgt von Afghanistan mit 4,7 Millionen, Irak mit 4,2 Millionen und Südsudan mit 3,3 Millionen, dahinter liegen Kongo, Somalia, Nigeria, Ukraine und Jemen.

    84 Prozent der Menschen fanden in Entwicklungsländern Zuflucht. „Dies ist keine Krise der reichen Welt, sondern eine Krise der Entwicklungsländer“, betonte Grandi.

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