Tierisch pflanzlich – Warum müssen Veggie-Burger bluten wie Fleisch? – Lifestyle

    20
    0
    SHARE

    Er riecht wie Fleisch, brutzelt wie Fleisch und schmeckt wie Fleisch und es blutet sogar bei der Zubereitung. Aber für die Hamburger, den einige US-Unternehmen gerade auf den Markt gebracht hat, musste kein Tier sterben. 

    „The Impossible Burger“ (der unmögliche Burger) und „Beyond Meat“ (Jenseits von Fleisch) heißen die Produzenten, die mit rein pflanzlichen Bratlingen Furore machen wollen.

    Fleischersatz, der aussieht und schmeckt wie Fleisch


    Fleisch aus veganen ZutatenFoto: Impossible Foods

    Seit Jahrzehnten tüfteln Wissenschaftler an einem Fleischersatz, der riecht, aussieht und schmeckt wie Fleisch.

    Ethan Brown, Gründer und CEO von „Beyond Meat“ in El Segundo (Kalifornien), wollte zwei Fragen beantworten: Warum braucht man ein Tier, um Fleisch zu produzieren? Und warum kann man kein Fleisch aus Pflanzen herstellen?

    „Es stellte sich heraus”, stellte Brown fest, „dass man es kann. Deshalb haben wir es getan.“

    „Pflanzen plus Wissenschaft gleich Fleisch“

    Auch das Team von „Impossible Foods“ saß mit Molekularbiologen, Ingenieuren und anderen Wissenschaftlern im Silicon Valley zusammen, um die Aufgabe „Pflanzen plus Wissenschaft gleich Fleisch“ zu lösen. Sie probierten Burger um Burger und studierten den Weg von der Kuh bis ins Burger-Brötchen. Dann suchten sie nach Methoden und Inhaltsstoffe für ihre fleischfreien Burger.

    Mit Gutscheinen online sparen

    Ein Service von


    Gutscheine


    Keine künstlichen Inhaltsstoffe


    Burger von Beyond Meat
    Burger von Beyond MeatFoto: eKitchen

    Die Vorteile liegen auf der Hand: Für die Burger werden 95 Prozent weniger Land und 74 Prozent weniger Wasser verbraucht und 87 Prozent weniger Treibhausgas-Emissionen verursacht, so die Impossible-Produzenten. Hormone, Antibiotika und künstliche Inhaltsstoffe gibt es nicht. „Beyond Meat“ verwendet Erbsen- und Sojaproteine und durch Erhitzen, Abkühlen und Druck wird die faserige Struktur von Fleisch erreicht.

    Das ist drin

    „Impossible Food“-Burger enthalten nach eigenen Angaben Weizenprotein (es sorgt für das „Fleisch-Gefühl“ im Mund), Kokosnussöl (bringt den Fettgehalt), Kartoffelprotein und in geringen Mengen Soja, Hefe-Extrakt, Salz, Konjak (eine stärkehaltige Wurzel aus Asien), Xanthan, die Vitamine B1, B2, B6 und B12, Zink und Niacin.

    Pflanzliches Blut bringt den Geschmack


    Mann mit Veggie-Burger
    Guten Appetit! Auch Fleischesser lassen sich von den neuen Veggie-Varianten überzeugenFoto: Impossible Foods

    Aber was hat es jetzt mit dem Bluten auf sich? Herzstück des vegetarischen Fleischklopses ist „Häme“. Es ist Bestandteil des Hämoglobins, das nicht nur in Fleisch steckt, sondern auch in Pflanzen vorkommt. Das Unternehmen verwendet das „pflanzliche Blut“ für den Geschmack, die Farbe und das „Bluten“ der Klopse, das Fleischesser so lieben.

    Es scheint, dass sie die Zielgruppe für die Veggie-Burger sind – Vegetarier fühlen sich dadurch eher irritiert. Und auch wenn in einer Testphase auch die Fleischesser keinen geschmacklichen Unterschied zum tierischen Burger feststellen konnten, denken viele beim Begriff „Laborfleisch“ immer noch hauptsächlich an Chemie.

    Auch deshalb geht Impossible offensiv vor und legt die Bestandteile seiner Bratlinge offen.

    Lange Schlangen vor den Verkaufsstellen 

    Mit den Bratlingen aus der Anfangszeit der Vegetarismus-Bewegung, einer Masse mit bröckeliger Konsistenz, die ein bisschen nach gewürzter Sägespäne schmeckte, haben die neuen Burger jedenfalls nichts mehr zu tun. Dafür sprechen die langen Schlangen, die sich vor den Verkaufsstellen in San Francisco und anderen US-Städten bilden, an denen die neuen Veggie-Burger verkauft werden.

    PS: Sind Sie bei Facebook? Werden Sie Fan von BILD.de-Lifestyle!

    قالب وردپرس