Sicherheits-Diskussion nach Unglück mit drei Verletzten in Ottensen – Wie explosiv ist unser Gas-Netz? – Hamburg

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    Ottensen – Trümmer liegen im Treppenhaus, eine Badewanne und Wohnungstüren sind herausgerissen. Eine Gas-Explosion hat das Mehrfamilienhaus an der Grünebergstraße total verwüstet.


    Sanitäter versorgen zwei Verletzte auf dem BürgersteigFoto: Marco Zitzow

    Und die Hamburger fragen sich: Wie (un-)sicher ist unser Gasnetz?

    Um 21.43 Uhr kam es zu dem Knall in einer Erdgeschoss-Wohnung. Mieterin Alime E. (69) zog sich leichte Verletzungen zu, ihr Sohn Andy (35) erlitt Verbrennungen zweiten und dritten Grades. Beide kamen in eine Spezial-Klinik. Ein dritter Bewohner klagte über Atemwegsstörungen.


    Vor dem Haus Nr. 3 haben Arbeiter ein Loch ausgehoben, um an die Leitungen zu kommen
    Vor dem Haus Nr. 3 haben Arbeiter ein Loch ausgehoben, um an die Leitungen zu kommenFoto: Marco Zitzow

    Mieter Siegfried S. (76): „Ich saß vor dem Fernseher. Plötzlich gab es eine Explosion. Mein Badezimmer ist verwüstet, die Badewanne herausgerissen.“

    Die Feuerwehr rückte mit 52 Rettern an. Drei Häuser wurden evakuiert. Trümmerteile hatten mehrere Autos beschädigt. Selbst in den Fahrzeugen stellten die Retter eine erhöhte Gas-Konzentration fest!


    Ein Ermittler der Polizei untersucht die defekte Gas-Leitung
    Ein Ermittler der Polizei untersucht die defekte Gas-LeitungFoto: Marco Zitzow

    DIE FRAGEN ZUM GAS-SCHOCK:

    Wie konnte es zu dem Unglück kommen?

    Offenbar gab es bei einem Stromkabel unter dem Bürgersteig einen Kurzschluss. Durch die Hitze wurde eine benachbarte Plastik-Gas-Leitung beschädigt. Gas trat aus, verteilte sich im Keller und im Gebäude. Dann kam es zur Verpuffung in der Wohnung.

    Laut dem Betreiber „Hamburg Netz GmbH“ müssen Strom- und Gasleitungen einen Mindestabstand von 20 Zentimetern haben. Leitungsarbeiten wurden in dem Bereich zuletzt nicht durchgeführt.

    Wie alt ist die Leitung?

    Sie stammt aus dem Jahr 1988. Letzte Wartung im Stadtteil Ottensen: 2013. Das Gas-Leitungsnetz in Hamburg beträgt rund 7300 Kilometer. 150 000 Hausanschlüsse werden mit Gas versorgt.

    Wie kann ich mich schützen?

    Gas ist mit einem scharfen Geruchsstoff versetzt. Sollte man dies riechen, muss die Gas-Zufuhr unterbrochen werden. Fenster öffnen, Gebäude verlassen, Feuerwehr verständigen. Und: Nachbarn NICHT durch Klingeln oder Anrufe warnen (Funkenschlag-Gefahr!), sondern durch Klopfen und Rufen.

    Für Schäden haftet der Verursacher – falls er zu ermitteln ist.

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