Nach Terror-Anschlägen – Warum kommen viele Festgenommene wieder frei? – Politik Ausland

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    Terror in London – die Polizei sucht nach Mitwissern oder Hintermännern der brutalen Tat! Drei Dschihadisten hatten am Freitag mit einem Lieferwagen mehrere Menschen überfahren, ermordeten Passanten willkürlich mit Messern.

    Am Wochenende folgte eine Meldung, die man ähnlich häufig nach Anschlägen liest: Die Polizei nahm im Zuge der Ermittlungen zwölf Verdächtige fest. Auch eine Meldung, die danach folgte, kommt vertraut vor: Die Verdächtigen wurden wieder freigelassen.

    Doch warum werden Personen erst verhaftet – und dann wieder freigelassen? 

    Die naheliegende Erklärung: Unmittelbar nachdem die Polizei die Täter identifiziert hat, werden Verhaftungen in deren Umfeld vorgenommen.

    Falls die Täter den Behörden bereits bekannt waren, sind oftmals auch Kontaktpersonen im relevanten Umfeld vermerkt, die für die Ermittlungsbehörden dann interessant sind. Beispiel: Personen, mit denen sich die Terroristen regelmäßig in einer Moschee getroffen haben, die für islamistische Predigten bekannt ist.

    Die Polizei sucht Details zur Tat

    Wenn nach Anschlägen Personen von der Polizei befragt werden, bedeutet dies auch keineswegs, dass gegen diese selbst im Zusammenhang mit der Tat ermittelt wird. Die Behörden versuchen, durch Befragungen vieler Zeugen, Informationen zur Tat zu gewinnen, mögliche Mitwisser- oder Täter und zu rekonstruieren, auf welchem Weg ein Attentäter sich die Tatwaffen besorgt hat.

    Auch Personen, die nichts vom Vorhaben eines Terroristen wussten, können mitunter bei der Aufklärung helfen.

    Im Rechtsstaat sind Beweise nötig

    Wenn sich der Verdacht nicht erhärtet oder es keine gerichtsverwertbaren Beweise gegen Verdächtige gibt, so müssen diese freigelassen werden – das unterscheidet den Rechtsstaat vom Willkürstaat.

    Mehr zum Terroranschlag von London

    Wenn es jedoch ausreichend Beweise gibt, bleiben Verdächtige nach einem Anschlag auch in Haft – so wie der jüngere Brüder des Manchester-Bombers Salman Abedi, der kurz nach dem Bombenanschlag (22 Todesopfer) auf das Konzert der Sängerin Ariana Grande verhaftet wurde. Hashim Abedi ist verdächtig, selbst einen Terroranschlag geplant zu haben.

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