Meistertrainer Trinchieri spricht in BILD – Darum müssen wir den Schiris helfen – Basketball

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    Bamberg hat Klein-Venedig – und einen großen Italiener. Zum drittenmal in Folge holte Andrea Trinchieri (38) mit den Basketballern den BBL-Titel.

    Das BILD-Interview mit dem Meistertrainer.

    BILD: Gewöhnt man sich eigentlich an Erfolg?
    Trinchieri: „Wer das tut, macht den ersten Schritt zum Misserfolg. Spieler, Fans, Trainer – alle müssen immer heiß bleiben.“

    Das war man auch in München oder Ulm…
    Trinchieri: „So ist das nun mal. Ein Team gewinnt, 17 andere verlieren. Wir haben hier eine hochklassige Organisation mit erstklassigen Leuten. Darüber sollten wir sehr, sehr glücklich sein.“

    So, wie über die Quali für die Euroleague?
    Trinchieri: „Ja. Ohne Euroleague hätten wir bei Minus Null anfangen müssen. Wir haben aus dem letzten Jahr gelernt. Ich werde wieder Fehler machen. Aber sicher nicht mehr dieselben.“

    Was war der größte Fehler?
    Trinchieri: „Wir haben uns die negativen Ergebnisse zu sehr unter die Haut gehen lassen. Wir waren frustriert, dass wir sechs Spiele mit ein, zwei Zählern verloren haben. Das hat die Mitte der Saison beeinflusst.“

    Das Ende auch?
    Trinchieri: „Irgendwie schon. Die ganze Erfahrung aus der Euroleague haben wir in die Play-offs gepackt. Zum Beispiel in Spiel zwei in München. Es war knapp, drei Spielzüge später hatten wir gewonnen.“

    Der nächste Bamberger Durchmarsch. Wie kann die Bundesliga besser werden?
    Trinchieri: „Die Frage ist: Braucht die Liga 18 Teams oder wären 16 Teams besser? Die BBL muss einen Schritt nach vorne machen. Es gibt großartige Hallen – und dann gibt‘s Hallen, die halten nicht mit. Die Arena ist aber die Visitenkarte eines Vereins und der Liga. Die Qualität der Spieler hat sich schon entwickelt. Aber: Wie viele deutsche Cheftrainer waren in den Play-offs?


    Andrea Trinchieri (l.) diskutiert mit Schiedsrichterin Anne PantherFoto: imago/Zink

    Einer. Ulms Thorsten Leibenath.
    Trinchieri: Die Liga wird besser mit mehr deutschen Trainern auf hohem Level.

    Wo sind die?
    Trinchieri: „Man muss sie ausbilden. Coach Clinics, eine starke Trainer-Gewerkschaft.

    Was noch?
    Trinchieri: Da sind natürlich noch die Schiedsrichter.“

    Sie sind nicht glücklich mit ihnen?
    Trinchieri: „Ich bin sehr glücklich, weil ich sehe, wie sie sich individuell weiterentwickeln. Aber: Schiris sind Menschen und Menschen machen Fehler. Ich mache Fehler und habe keine Angst, offen damit umzugehen. Aber hier haben wir Angst, offen mit Fehlern umzugehen. Wir versuchen alles auf professionelle Beine zu stellen und lassen einen Teil dabei einfach außen vor. Die Schiris sind keine Profis, machen das als Hobby, doch ohne Schiris können wir nicht spielen. Lasst sie nicht alleine. Sie sind Teil der Show, helft ihnen auf das gleiche Level!“

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