Letzte Ruhestätte in Speyer – Auf diesem Friedhof wird Helmut Kohl beerdigt – Politik Inland

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    Speyer – Die letzte Ruhestätte von Helmut Kohl (87) wurde festgelegt – es könnte kaum einen geeigneteren Ort für das Grab des Ehrenbürgers Europas geben.

    Der am Freitag verstorbene Alt-Kanzler wird auf dem Alten Speyrer Friedhof beigesetzt, der heute teils Kapitelsfriedhof und teils Konrad-Adenauer-Park ist.

    Das Grab von Helmut Kohl wird so liegen, dass – nach dem Entfernen einen Mauerstücks – der Zugang über den Adenauer-Park möglich sein wird: Eine ideale historische Verbindung zum ersten Kanzler Deutschlands.

    Dies entspricht dem Wunsch von Helmut Kohl. Er hatte dies gemeinsam mit seiner Frau im Spätsommer 2015 entschieden, als es gesundheitlich wieder einmal sehr kritisch um ihn stand. Die Entscheidung ist getragen von Kohls tiefer Verbundenheit mit Speyer und dem Speyerer Dom.


    Gräber des Alten Friedhofs am Adenauer-Park in SpeyerFoto: Horst Welke

    Anlässlich der Feier zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit hatte das Speyerer Domkapitel Helmut Kohl mit einer Gedenkplatte in der Vorhalle des Doms geehrt: „In Würdigung der Verdienste von Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl um den Dom zu Speyer als Sinnbild für die christlichen Wurzeln eines geeinten Europas.“

    Auch die Friedhofskirche – St. Bernhard – passt symbolträchtig zum Leben, Denken und Wirken Kohls. Sie ist eine Versöhnungs- und Friedenskirche, seit ihrer Einweihung 1954 von deutschen und französischen Bischöfen gilt sie als Sinnbild der Aussöhnung Deutschlands und Frankreich – dem Lebensthema Helmut Kohls schlechthin.


    Die Friedenskirche St. Bernhard in Speyer
    Die Friedenskirche St. Bernhard in SpeyerFoto: Elisabeth Schomaker/KNA

    Die Kirche wurde von beiden Staaten finanziert, bei der Einweihung – nur neun Jahre nach Kriegsende – waren auch der deutsche Außenminister Heinrich von Brentano und sein französischer Kollege Robert Schumann anwesend. Erde kam aus allen fünf Erdteilen. Auch von von französischen Schlachtfeldern, auf denen Franzosen und Deutsche ihr Leben verloren. 


    Maike Kohl-Richter mit Altkanzler Helmut Kohl
    Maike Kohl-Richter und Altkanzler Helmut Kohl († 87) auf dem letzten gemeinsamen FotoFoto: Kai Diekmann

    Europa-Trauerakt für Kohl

    Während der Ort des Grabes feststeht, laufen die Vorbereitungen für den Abschied hinter den Kulissen.

    Die Spitze der Unionsfraktion im Bundestag hat sich hinter Pläne für einen europäischen Trauerakt zum Gedenken an Altkanzler Helmut Kohl gestellt. Angesichts Kohls intensiven Einsatzes für Europa sei es verständlich, dass es eine europäische Würdigung gebe, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer (CDU), am Dienstag in Berlin.


    Die Kapelle des Alten Friedhofs im Adenauerpark in Speyer
    Die Kapelle des Alten Friedhofs am Adenauer-ParkFoto: Horst Welke

    Zunächst war noch offen, wann ein europäischer Trauerakt am Sitz des Europaparlaments in Straßburg stattfinden wird. Im Gespräch war ein Termin Anfang Juli, voraussichtlich am 1. Juli. 

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    CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt sagte, vor dem Hintergrund der aktuell turbulenten Zeit für Europa mit dem Brexit-Entscheid der Briten und rechtspopulistischen Tendenzen in manchen Staaten „tut es ganz gut, mal ein bisschen innezuhalten und sich auch dieses Vermächtnisses von Helmut Kohl bewusst zu sein“. Sie selbst ziehe daraus „die Verpflichtung, an diesem Vermächtnis weiter zu arbeiten“.

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    Grosse-Brömer sagte, die CDU/CSU-Abgeordneten würden in ihrer Fraktionssitzung am Dienstagnachmittag ausführlich des Altkanzlers gedenken. An der Sitzung sollten auch frühere Weggefährten Kohls teilnehmen, die sich derzeit zu einem Treffen ehemaliger Abgeordneter aller Fraktionen in Berlin aufhalten.

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