Die Legende Bud Spencer – Sein Lebensmotto war „Futtetenne“* – Leute

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    Bud Spencer. Held. LegendeFoto: dpa Picture-Alliance

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    Eine Filmwelt ohne Bud Spencer († 86) wäre vielleicht möglich. Aber wäre sie nicht auch furchtbar sinnlos?

    Am 27. Juni 2016 verstarb ein Mann, der viele Leben lebte.

    Eine Legende als Schwimmer, ein Haudrauf-Gigant, wie es nach ihm keinen Zweiten gab. Ein Vater, ein Opa, ein Pilot, ein Erfinder. Ein Freund, den jedes Kind und jeder Jugendliche abends am liebsten am Kinderzimmerbett sitzen gehabt hätte. Ein Brummbär, der einem Geschichten erzählt von üblen Schurken, denen er ordentlich die Murmel poliert hat.

    Spencer war ein Neapolitaner, den alle kennen und den wirklich jeder liebte. Er kam schon als Gigant auf die Welt. Zu BILD sagte Spencer (bürgerlich Carlo Pedersoli) einmal: „Meine Mama, eine schöne Frau mit blonden Haaren, hatte es nicht leicht. Bei meiner Geburt am 31. Oktober 1929 als Sternzeichen Skorpion wog ich sechs Kilo – arme Mama.“

    Gemütlich war er. Nie gehetzt. Vielleicht sogar zu gemütlich. Sonst wäre er eventuell nicht erst Schwimm-Star geworden und dann Schauspieler, sondern ein großer Wissenschaftler.

    Am Gymnasium übersprang er einfach zwei Klassen, studierte bereits mit 16. Und immer, wenn ihn etwas langweilte, nahm sich Carlo etwas Neues vor – und wurde gut darin. Straßenbauer, Autoverkäufer, Komponist, Erfinder, Pilot. Der Mann lebte viele unterschiedliche Leben, ohne sich je selbst zu verlieren.


    bud spencer
    Nein, er musste nicht immer gewinnen. Aber er wollteFoto: dpa Picture-Alliance

    Spencer wollte sich nie festlegen. Statt die letzten Prozente aus seinem wuchtigen Körper rauszuholen, um Olympia-Sieger (zwei Teilnahmen) zu werden, zog er vorm Trainingssprung ins Becken lieber noch zwei, drei Mal an seiner Zigarette. Ernährungsprogramm? Fehlanzeige. Pasta! Jawohl! Bis zuletzt.


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    Bud Spencer bei den olympischen Spielen 1952 in Helsinki

    Sein Lebensmotto „Futtetenne“ (Scheiß drauf!) war nicht gleichgültig gemeint. Er hatte einfach keine Lust, sich mit Nebensächlichkeiten den Appetit aufs Leben zu vermasseln.

    Spencers Herz war noch größer als die großen Pranken, mit denen er auch kurz vor seinem Tod bei der Begrüßung noch kräftig zupackte und mit denen er sich aus seinem Stuhl eigenständig hochzog. Auch wenn die Beine nicht mehr richtig wollten. Er ließ sich eine Faust reichen. Er griff mit der eigenen Hand zu.

    Er liebte den Wettbewerb, auch wenn er nicht immer krampfhaft Sieger sein wollte. Er konnte anderen Menschen etwas gönnen und blieb ein Kämpfer bis zum Schluss. Ein sanfter Riese, ein fairer Sportsmann. Ein Liebhaber des Lebens.

    Selbst der Tod hatte Furcht vor ihm, zögerte lange. 86 Jahre wurde der Italiener alt. Ein großes Alter für einen großen Mann. 

    Als Bud Spencer im vergangenen Jahr im Kreis seiner Familie einschlief, war es keine Verbitterung, sondern Zufriedenheit, mit der er sich von den Liebsten und der Welt verabschiedete. Der Riese sagte einfach nur „Danke“.

    Millionen Fans sagten: „Danke, Bud“ – an einen Freund, den die meisten nie persönlich getroffen haben, der aber immer da war.

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