Archäologen zeigen 1800 Jahre alten Sensationsfund – Waren die Römer in Erfurt? – Leipzig

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    Erfurt – Ein zierlich geschwungener Haken aus Bronze lässt die Archäologen jubeln.

    Zwischen romanischen Mauern, mittelalterlichen Gruben und Tonscherben bargen sie jetzt in der Weißen Gasse mitten in Erfurt eine Gewandspange: Sie ist die liebevolle Grabbeigabe eines neugeborenen Kindes.


    Die wenige Zentimeter große römische Gewandspange ist eine SensationFoto: Jacob Schröter

    Die Sensation: Die Spange könnte beweisen, dass im heutigen Erfurt bereits die alten Römer regen Handel betrieben!

    Gebietsreferentin Dr. Karin Sczech (57): „Die Fibel stammt aus der Mitte des 2. Jahrhunderts und ist einmalig in dieser Region.“ Vor 1800 Jahren siedelte der germanische Stamm der Hermunduren, der Ur-Thüringer, an der Gera.


    Tafel der Funde
    Auf dieser Tafel werden die Funde dokumentiertFoto: Jacob Schröter

    Exakt in jener Epoche, in der römisches Militär durch das heutige Mitteldeutschland zog. Erst 2014 waren Archäologen bei Hachelbich im Kyffhäuserkreis auf die Spuren eines Römerlagers gestoßen.

    Es soll aus der Zeit zwischen dem 1. und dem 3. Jahrhundert nach Christi stammen und war der erste wissenschaftlich fundierte Nachweis, dass die Römer bis ins heutige Thüringen vorgedrungen sind.

    Dass sie offenbar nicht nur durchzogen, sondern auch mehrere Jahre blieben und mit den Einheimischen regen Handel betrieben, könnte nun die Erfurter Gewandspange beweisen. Sie stammt genau aus jener Zeit, in der die Römer am Kyffhäuser ihr Lager aufschlugen.


    Gebietsreferentin Dr. Karin Sczech
    Gebietsreferentin Dr. Karin Sczech (57) an der Ausgrabungsstelle in der Weißen GasseFoto: Jacob Schröter

    Lange hielt es die Römer trotzdem nicht in unserer Region. Nach der verlorenen Schlacht im Teutoburger Wald fürchtete man die germanischen Stämme. Nur noch die tapfersten Expeditionstruppen wagten sich in den wilden Osten vor – und kamen auch nur bis zur Elbe.


    Archäologin Kathrin Rost
    Archäologin Kathrin Rost (55) legt das Skelett behutsam mit einem Pinsel freiFoto: Jacob Schröter

    Nun wollen die Archäologen zunächst das 1800 Jahre alte Grab unter der Weißen Gasse erforschen. Vielleicht finden sich ja noch weitere Spuren zurück zu den alten Römern…

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