6 Millionen Dollar beim Poker gewonnen! Muss ich jetzt Steuern zahlen? – Ratgeber

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    Nie wieder arbeiten müssen! Sich selbst, Freunde und Verwandte großzügig beschenken. Einfach nur seinen Reichtum genießen. So wie Poker-Star Christoph Vogelsang (32), der in Las Vegas jetzt satte sechs Millionen Dollar gewann! Was für ein Glückspilz!

    Aber darf ein Gewinner im Lotto, beim Wetten, Pokern oder Roulette seinen Spielgewinn wirklich komplett behalten? Oder kassiert Vater Staat etwa ab? 

    BILD erklärt, wann das Finanzamt auf Gewinner zukommt.

    Muss ich meinen Gewinn versteuern?

    In Deutschland bleiben Gewinne aus Glücksspielen steuerfrei.

    Das heißt: Wenn ein Hobby-Spieler im Roulette eher zufällig gewinnt, bleibt sein Gewinn steuerlich außen vor. Steuern zahlen muss er dann nur auf die Erträge aus seinem Gewinn, etwa Zinsen.

    Beim Poker sieht die Rechtslage derzeit so aus:

    Der Bundesfinanzhof (Urteil vom 16.09.15, Az. X R 43/12) hat entschieden, dass Gewinne aus der Teilnahme an Pokerturnieren als Einkünfte aus Gewerbebetrieb der Einkommensteuer unterliegen können.

    Interessant: Auch bei der Definition, was ein Glücksspiel ist und was nicht, gibt es rechtliche Unterschiede zwischen einzelnen Ländern. So gilt Backgammon in Deutschland als Glücksspiel, in den USA jedoch nicht. 

    Der Poker-Profi aus dem Münsterland

    Was ist der Unterschied zwischen Glücksspiel und Geschicklichkeitsspiel?

    • Beim Glücksspiel ist der Erfolg ganz oder wesentlich vom Zufall abhängig. Der Spieler kann bei überhöhtem Verlustrisiko seine Gewinnchance höchstens unwesentlich beeinflussen.
    • Beim Geschicklichkeitsspiel ist der Spielereinfluss aufgrund besonderer Fähigkeiten, Kenntnisse, Erfahrungen und Geschicklichkeit deutlich größer. Bei solchen Spielen spielt der Zufall nur eine untergeordnete Rolle. Auch das Verlustrisiko ist begrenzt oder zumindest überschaubar.

    Zur Info: Poker wurde von einigen Gerichten in Deutschland bereits als Geschicklichkeitsspiel eingestuft. Begründet wird das von den Richtern damit, dass die Pokerspieler in den verhandelten Fällen eher dank ihrer Fähigkeiten gewonnen haben. Insofern sei sein Poker-Erfolg nicht als Glück, sondern als Ergebnis spielerischen Geschicks zu werten. 

    Auch der Gewinner einer „Big Brother“-Show wurde verdonnert, seinen Gewinn zu versteuern. Die Begründung: Er hätte durch sein Verhalten maßgeblich zum Gewinn beigetragen. 

    Wann muss ich meinen Spielgewinn dem Finanzamt melden?

    Solange Sie nur privat dann und wann spielen, müssen Sie Gewinne nicht in der Steuererklärung angeben. 

    Anders ist es, wenn Sie gewerblich spielen, also über einen längeren Zeitraum und mit nachweislicher Gewinnerzielungsabsicht beispielsweise an Spiele-Turnieren teilnehmen.

    Dann sind Sie für das Finanzamt möglicherweise steuerlich als Unternehmer einzustufen. Gewinne unterliegen somit der Abgeltungsteuer von derzeit 25 Prozent. 

    Achtung: Dazu kommen dann noch Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

    Was passiert, wenn ich meinen Profi-Gewinn verschweige? 

    Dann wäre das Steuerhinterziehung und somit ein Straftatbestand.

    Wenn das Finanzamt auf die Gewinne aufmerksam wird und eine Betriebsprüfung durchführt, können die Preisgelder als Gewinne zugeordnet oder auch geschätzt werden.

    Achtung: Entsprechende Steuern können in so einem Fall rückwirkend fällig werden. 

    Muss ich Steuern zahlen, wenn ich meinen Gewinn verschenke?

    ► Wenn Sie sich als Gewinner spendabel zeigen und Geld, Autos oder Immobilien verschenken, wird unter Umständen Schenkungsteuer fällig.

    Aber es gibt dafür Freibeträge: 

    • Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern steht ein Freibetrag von 500 000 Euro zu.
    • Eltern können jedem Kind bis zu 400 000 Euro steuerfrei schenken
    • Bei Großeltern dürfen es für jedes Enkelkind bis zu 200 000 Euro sein
    • Schenkungen an Geschwister, Nichten und Neffen, Eltern und Großeltern sind bis zu 20 000 Euro steuerfrei

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